Forum Wohnen & Energie — Mein Fussabdruck

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Ist weni­ger wirk­lich mehr?

Am 4. Forum Woh­nen & Ener­gie von Tran­si­ti­on-Bül­ach setz­ten sich die knapp 30 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer anhand von über­zeu­gen­den Bei­spie­len und har­ten Zah­len zum o?kologischen Fuss­ab­druck mit der Fra­ge aus­ein­an­der, wie sie Zeit gewin­nen, ihre Lebens­qua­li­tät ver­bes­sern und damit erst noch Geld spa­ren kön­nen.

Wir leben auf zu gros­sem Fuss! Eigent­lich wis­sen wir es schon lan­ge. Wenn wir den Kli­ma­wan­del stop­pen wol­len, sind nicht nur grif­fi­ge­re poli­ti­sche Ziel­set­zun­gen gefragt, auch jeder und jede von uns ist auf­ge­for­dert einen per­sön­li­chen Bei­trag zu lei­sten.

«Zeit ist unser wich­tig­stes Gut» begann Refe­rent Fred Fro­ho­fer. Er wohnt und arbei­tet in der Sied­lung Kalk­brei­te in Zürich und lebt einen suf­fi­zi­en­ten Lebens­stil: Eine ver­hält­nis­mäs­si­ge klei­ne Wohn­flä­che inkl. Büro. Vega­ne Ernäh­rung, geret­te­te Nah­rungs­mit­tel, z.B. über «Food­s­haring-Schweiz». «Use what you have», ist sein Mot­to. Er trägt ele­gan­te Second­hand-Klei­der und ‑Schu­he. Anschaf­fun­gen sind in aller Regel aus dem Gebrauchs­wa­ren­han­del – kürz­lich erstand er sich eine digi­ta­le Lei­ca mit Jahr­gang 2012. Kochen geschieht gleich für zwei Mal­zei­ten, die eine wird ein­ge­weckt – das spart Zeit und Ener­gie. Freu­de und Wohl­be­fin­den über sei­nen Lebens­stil wirk­ten anstecken.

Drei Pla­ne­ten bräuch­te es heu­te, wenn alle Men­schen so leben wür­den wie die Schwei­zer Bevöl­ke­rung, zeig­te Hein­rich Gug­er­li auf. Der hohe durch­schnitt­li­che öko­lo­gi­sche Fuss­ab­druck in der Schweiz ist in den letz­ten Jah­ren weit­ge­hend kon­stant geblie­ben. Wäh­rend die inlän­di­schen Emis­sio­nen ste­tig leicht gesun­ken sind, ist der Anteil in den Impor­ten auf 60 Pro­zent ange­stie­gen.

Wie erhal­ten Sie einen Über­blick über Ihren per­sön­li­chen Fuss­ab­druck? Nur 15 Minu­ten benö­tigt die Abschät­zung mit dem WWF-Foot­print-Rech­ner. Sie beant­wor­ten 38 Fra­gen zum per­sön­li­chen Lebens­stil und erhal­ten Tipps um Ihren Fuss­ab­druck zu ver­klei­nern. Der Kli­maCheck von Tran­si­ti­on-Bül­ach zeigt zudem auf, wie Sie auch lokal ins Han­deln kom­men kön­nen.

Akti­ve der Grup­pe Woh­nen & Ener­gie berich­te­ten von ihren per­sön­li­chen Erfah­run­gen beim Beant­wor­ten der Foot­print-Fra­gen. Alle zeig­ten sich betrof­fen wie hoch ihr Fuss­ab­druck trotz ver­schie­de­nen Bemü­hun­gen immer noch ist. Inter­es­san­ter­wei­se gehen grös­se­re Feri­en­rei­sen manch­mal ein­fach ver­ges­sen. Mit dem Foot­print-Rech­ner kön­nen wir erfor­schen, wel­che Hand­lun­gen beson­ders wir­kungs­voll sind. Sehr posi­tiv schlägt sich z.B. der Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gi­en für Hei­zung, Warm­was­ser und Strom nie­der. Eben­so eine ange­mes­se­ne Wohn­flä­che pro Per­son. Für Eltern deren Kin­der aus­ge­flo­gen sind, ist der Umzug in eine klei­ne­re Woh­nung mit mehr Frei­zeit ver­bun­den. Oder wie wär‘s mit einer Ver­mie­tung ein­zel­ner Räu­me an Stu­die­ren­de?

Zu was hat der Abend die Teil­neh­men­den ange­regt? Lang­sa­mer rei­sen, kür­ze­re Strecken erlau­ben Akkli­ma­ti­sie­rung. Lebens­mit­tel bes­ser ver­wer­ten. Von Gemü­se alles brau­chen, z.B. von den Radies­li auch die Blät­ter kochen. Pro­duk­te kau­fen, die mit wenig Auf­wand pro­du­ziert und unver­packt sind.

Fazit: Weni­ger bedeu­tet nicht in erster Linie Ver­zicht, son­dern vor allem Ent­la­stung.

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